„Besinnen auf die eigene Herkunft und Wurzeln …
Lange wusste ich nicht, wie sich Liebe zur eigenen Familie oder zur Herkunft anfühlt. Ich lernte in den USA so schnell akzentfrei Englisch zu sprechen, dass niemand mehr hörte, woher ich kam. Doch das Verbergen der Herkunft heilt nicht die Sehnsucht nach ihr.
Seit vielen Jahren gehe ich den Weg, mich den Gespenstern meiner Geschichte zuzuwenden. Und ich durfte erkennen: Wenn wir das Licht ins Dunkel hineintragen, verlieren die Schatten ihre Macht. Was einst wie Ungeheuer erschien, entpuppt sich oft als Hüter verlorener Schätze.
Auf diesem Weg durfte ich Wesentliches entdecken:
Vergebung. Hingabe. Geduld. Mut. Liebe.
Ich durfte erkennen, aus welchem Holz ich geschnitzt bin, dass Sensibilität kein Makel ist, sondern eine Gabe. Feinfühligkeit lässt mich zwischen den Zeilen hören, Menschen tief begegnen und mit dem Herzen wahrnehmen. Was ich einst als Fremdsein empfand, ist heute eine Kraftquelle.
Und ich durfte neu entdecken, was es bedeutet, hier in Mecklenburg geboren zu sein, hier, wo meine Wurzeln liegen, in dieser lieblichen Landschaft zwischen Hügeln, Wiesen, Wäldern, Seen und der Weite der Ostsee. Der Rhythmus der Jahreszeiten … und es ist so, wie es in den Schriften steht: Denn das Leben ist wie ein Garten. Das, was wir sähen und nähren, wächst.
Das, worauf wir liebevoll unsere Aufmerksamkeit richten, beginnt zu blühen.
So wurde auch mein spiritueller Name zu einem Wegweiser: Wahrer Geschmack des Lebens/der Lehre. Manche Erfahrungen sind sofort süß. Andere entfalten ihren Geschmack erst mit Zeit, Geduld und Hingabe.
Vielleicht ist Herkunft genau das:
Nicht nur der Ort, aus dem wir kommen – sondern der Weg, auf dem wir lernen, ganz bei uns selbst anzukommen.
Denn manchmal führt uns die große Suche genau dorthin zurück, wo unser Herz schon immer zu Hause war.
… und … warum bist du hier?

